Die verschiedenen Stadien der Hypnose
Man kann im Groben etwa die folgenden Hypnosestufen unterscheiden:

Die Leichte Trance "Somnolenz"
Die Aktivität des Bewusstseins unterscheidet sich hier noch kaum vom Wachzustand. Es werden einfache und logische Suggestionen ausgeführt und es ist eine beginnende Entspannung der Muskulatur zu beobachten.
Die Mittlere Trance "Hypotaxie"
Eintretene Katalepsie. Vertiefung der Entspannung. Das Wachbewusstsein ist kaum noch aktiv. Es werden alle Suggestionen ausgeführt, die nicht der Persönlichkeit der Versuchsperson zuwiderlaufen. Posthypnostische Suggestionen sind möglich. Es kann spontan partielle Anästesie festgestellt werden.
Die Tiefe Trance "Somnambulanz"
Vollkommene Entspannung. Die Kritikfähigkeit des Wachbewusstseins ist vollkommen ausgeschaltet. Es werden auch Suggestionen ausgeführt, die unlogisch und realitätsfremd sind. Es kann eine partielle oder auch vollständige Amnäsie (=Erinnerungsverlust) eintreten. In den tiefsten Stadien sind neben negativen Halluzinationen (Dinge"übersehen") auch positive Halluzinationen (Dinge sehen, die nicht da sind) möglich.
Die Übergänge der einzelnen Zustände sind fließend und die Phänomene sowie die erreichbare Tiefe sind keinesfalls absolut, sondern abhänig von der Versuchsperson. Es sei hier angemerkt, dass das Vorhandensein einer Tieftrance von vielen therapeutisch und medizinisch arbeitenen Hypnotiseuren abgestritten wird. Allerdings gilt es dabei zu bedenken, dass die Ausbildung zur therapeutischen und medizinischen Hypnose oftmals nur die moderne Hypnose nach Milton Erickson beinhaltet. Nachgewiesenermaßen ist durch diese Methode ein Erreichen einer bestimmten Trancetiefe nicht oder nur kaum möglich, und für therapeutische Zwecke auch oft gar nicht Notwendig, da die meisten therapeutisch relevanten Phänomene bereits bei mittlerer oder gar leichter Trance möglich sind. So ist denn auch generell fraglich, wie tief eine Hypnose sein muss, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Durch konsequente Wiederholung und anhaltenes Training ist es oft nur eine Frage der Quantität der Hypnosesitzungen, ob ein gewünschter Effekt bereits bei einer leichten Trance eintreten kann. Die Therapieansätze gehen hier folglich in die verschiedensten Richtungen
A.A. "Liebhault" ("Schule von Nancy") unterschied sechs verschiedene Stufen:
- Somnolenz: Als schwer empfundene Augenlieder und Gliedmaßen, Müdigkeitsgefühl. Das Bewusstsein ist voll aktiv.
- Absichtlich positionierte Gliedmaßen (besonders die Arme) bleiben eine Weile in der gegebenen Stellung und sinken dann langsam und automatisch in eine bequemere Position zurück. Arme und Beine sind locker und entspannt. Das Bewusstsein und das Erinnerungsvermögen sind noch voll aktiv.
- Automatische Fortsetzung von Drehbewegungen der Arme, wenn man Suggeriert, die Versuchsperson können mit der Bewegung nicht von alleine aufhören.
- Abhängigkeit vom Hypnotiseur und Ignorierung der Einflussnahme anderer Personen.
- Leichte Somnambulanz: Suggerierte Halluzinationen in den meisten Fällen möglich. Getrübtes Bewusstsein, eintretener partieller Erinnerungsverlust.
- Tiefe Somnambulanz: Verstärkung der Effekte der 5. Stufe. Vollständiger Erinnerungsverlust. Inaktivität des Bewusstseins.
Davis und Husband unterschieden die Folgenden 30 Grade:
- Hypnotid
- Beginnende Entspannung
- Entspannung
- Zuckungen der Augenlieder
- Schließen der Augen
- Vollständige physische Entspannung
- Leichte Trance
- Katalepsie der Augenlieder
- Katalepsie der Gliedmaßen
- Wirkungsverstärkung
- Kataleptische Starre
- Anästesie der Hand
- Mittlere Trance
- Steigerung
- Partielle Anästesie
- Steigerung
- Posthypnotische Anästesie
- Steigerung
- Persönlichkeitsveränderung
- Einfache posthypnotische Suggestionen
- Steigerung
- Kinästhetische Illusionen der totalen Anmäsie
- Tiefe Trance
- Augenöffnung ohne Tranceabbruch
- Steigerung
- Unlogische posthypnotische Suggestionen
- Steigerung
- Kompletter Somnambulismus
- Positive optische Sinnestäuschungen
- Positive posthypnotische akustische Sinnestäuschungen
- Systematische posthypnotische Amnäsien
- Negative akustische und optische Sinnestäuschungen
- Hyperästhesie
Die genaue Einteilung ist allerdings umstritten und wird höchstwahrscheinlich von der Versuchsperson abhängig sein. Es ist also möglich, dass bestimmte Hypnose Phänomene bei der einen Person schon in einem leichteren Stadium zu beobachten sind, wärend eine Andere bestimmte Reaktionen erst viel später oder aber gar nicht zeigt.
